{"id":384,"date":"2009-05-09T14:09:09","date_gmt":"2009-05-09T12:09:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.apartment666.com\/blog\/?p=384"},"modified":"2009-05-15T07:53:14","modified_gmt":"2009-05-15T05:53:14","slug":"kein-haus-%e2%80%93-aber-mobel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.apartment666.com\/blog\/2009\/05\/09\/kein-haus-%e2%80%93-aber-mobel\/","title":{"rendered":"Kein Haus \u2013 aber M\u00f6bel?"},"content":{"rendered":"<p>Mit seinem Waldexperiment hatte Gerd Schneider den Blick auf die fehlenden W\u00e4nde gerichtet. Das war nat\u00fcrlich Programm \u2013 schlie\u00dflich gab das Grundst\u00fcck, ein mit Seilen markierter Waldbodenbereich, die m\u00f6glichen Ma\u00dfe eines Geb\u00e4udes oder einer Wohnung wieder \u2013 W\u00e4nde, T\u00fcren, Fenster oder Zimmerdecken waren aber nur in dem Ma\u00dfe vorhanden, wie das Auge des Forschers sie zu visualisieren gewillt und im Stande war.<\/p>\n<p>So war LACKING HOUSE im Grunde das Experiment eines Optikers, und die Konzentration lag besonders in der ersten Woche auf der Beschaffenheit des Bodens mit \u00c4sten von Koniferen, Blattlaub, vereinzelt Insekten. Viele Informationen, zumal f\u00fcr dieses au\u00dfergew\u00f6hnliche Auge, zumal bei den sich \u00e4ndernden Witterungsverh\u00e4ltnissen:<\/p>\n<p>\u00bbOver the course of two months he noted down everything, lying flat on<br \/>\nthe ground, his nose dug into the soil, in every weather and from dusk<br \/>\ntill dawn. Once it had been raining continiously for more than two days so that he was scared to sink into the ground.\u00ab<\/p>\n<p>Doch wurde das Fehlen der W\u00e4nde (auch eines Dachs) schlie\u00dflich zu einem nicht mehr zu ignorierenden Problem. Nicht der tagelange Regen drohte indessen seinen Versuchsaufbau zu zerst\u00f6ren, sondern der Umstand, dass sein Blick von einer schmerzhaften Unruhe befallen wurde. So sehr das optische Erfassen naher und n\u00e4chster Gegenst\u00e4nde eine gro\u00dfe Erweiterung war, so sehr wohnte dem Betrachten entfernter Fl\u00e4chen etwas unangenehm Angestrengtes inne, was keinesfalls mit Kurzsichtigkeit zu erkl\u00e4ren w\u00e4re.<\/p>\n<p>LACKING HOUSE: W\u00e4nde gibt es nur, wenn die Phantasie stark genug ist. L\u00e4sst die Vorstellungskraft nach, werden die W\u00e4nde transparent und hinter ihnen erscheint das Umland: Wald. Eine unbestimmte Fl\u00e4che, schwer zu fokussieren, f\u00fcr den Blick eine Zumutung. Dem bem\u00fchten Betrachter erscheint alles aussen Liegende in der Unsch\u00e4rfe: er d\u00f6st!<\/p>\n<p>Und so beginnt Gerd Schneider das nackte Haus zu m\u00f6blieren. Am M\u00f6bel w\u00fcrde sich der Blick verankern k\u00f6nnen. Ein Tisch, ein Schrank, dessen Konturen sich vor langer Zeit auf die Netzh\u00e4ute gebrannt hatte, w\u00fcrde in jeder Situation einen spezifischen Gedanken, ein eindeutiges Gef\u00fchl stimulieren k\u00f6nnen und ein konzentriertes Weiterarbeiten erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich war ihm bewusst, dass das ein Kompromiss war.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit seinem Waldexperiment hatte Gerd Schneider den Blick auf die fehlenden W\u00e4nde gerichtet. 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